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Decken

Stichworte: decken, hitzig, Nachwuchs, trächtig?

von Smokey » Di 23. Feb. 10, 19:19

Decken

Hallo,

ein paar Fragen zum Decken und zur Trächtigkeit:

1) Stimmt es dass es nach einem Deckakt entweder nur trächtig oder scheinträchtig gibt? Oder gibt es einfach eine nur "Nicht-Trächtigkeit" ohne spezielle Symptome auch?

2) Ist eine Häsin die die anderen "deckt" immer selbst hitzig oder kann es auch sein dass die andere die hitzige ist (ist ja z.B. bei Kühen so der Fall)?

3) Stimmt es dass eine Häsin verwirft wenn der Rammler dabei ist? Wenn ja - ab wann (nach 1 Woche, 2,...?)? Wenn ja - wie funktioniert das dann in der Natur?!?

4) Der Eisprung ist ja 8-10 Stunden nach dem Deckakt: überlebt das Sperma so lange? Üblicherweise wird ja 2x gedeckt oder wie machen die Profizüchter unter euch das genau? Wird da auf die Uhrzeit auch geachtet?

5) Kann man eine Trächtigkeit vor den 4 Wochen feststellen oder nicht? Wenn ja wann genau? Wie genau?

6) Hab da von einer Methode des Abwiegens gelesen, aber nichts genaues: wieviel (% vom Körpergewicht?) muss eine Häsin zulegen sodass davon ausgegangen werden kann dass die Häsin trächtig ist?

7) Zu früh ist nicht gut und zu spät auch nicht (decken von der Häsin), soviel weiß ich. Was sind die "genauen" Angaben (ab wann/ wie lange)?

Danke im Voraus!

lg
Smokey
 
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von NiceDay » Di 23. Feb. 10, 23:30

Re: Decken

Hi,

zu 1) Ich kenn' auch eine "Nicht-Trächtigkeit" ohne spezielle Symptome. Eine Scheinträchtigkeit kommt bei meinen Tieren relativ selten vor, meistens ist es eine der chin-weißen Häsinnen.

zu 2) Da habe ich bereits die Erfahrung gemacht, dass sich die scheinbar oder sichtlich hitzige Häsin gar nicht decken ließ. Ich würde auf jeden Fall bei beiden das Geschlechtsteil untersuchen und halte es für durchaus möglich, dass beide hitzig sind.

zu 3) Dazu kann ich mich nicht äussern, da ich es noch nie probiert habe. Problemlos funktioniert in einem größeren Stall der Wurf, obwohl sich die Jungtiere des vorhergehenden im Stall befinden. Die würde ich so schnell wie möglich umsetzen, da sich doch bemerkbar Unruhe breit macht.

zu 4) 24 h nach dem Deckakt findet die erste Zellteilung statt. Vor der Befruchtung durchlaufen die Spermien einige Veränderungen, die einen Aufenthalt von 6 bis 10 Stunden im weiblichen Geschlechtsapparat voraussetzen. Vorrangig geht es hier um Vorbereitungen zur Verschmelzung von Ei- und Samenzelle.
Einmal reicht, wobei nichts dagegen spricht den Rammler öfter ran zu lassen; die meisten sind eh unterbeschäftigt, da viele Züchter nur zwei oder drei Würfe pro Jahr zulassen! Mittwoch ist ein ganz angenehmer Tag, meistens kommen die Jungen dann am Wochenende zur Welt. Ein Nachdecken nach 12 Stunden, 24 Stunden oder nach zwei Wochen ist möglich. Deckakte finden zumindest unter meinen Kaninchen in den Abendstunden während der Fütterung statt. Zu einer anderen Zeit ist es unter der Woche nicht möglich.

zu 5) Ja kann man, nennt sich Palpation und besteht aus einem vorsichtigen Abtasten der hinteren Baupartie des Muttertiers. Die Trächtigkeit kann ab dem 12. Tag festgestellt werden.

zu 6) Auch das funktioniert. Bei meinen Zwergwiddern betrug der Unterschied ca. 200 g. Das entspricht dem ungefähren Geburtsgewicht von vier Jungtieren.

zu 7) Das kommt auf die Rasse an. Bei den Zwergwiddern setz' ich die Häsinnen mit 6 bis 7 Monaten das erste Mal zum Rammler. Da wiegen sie ca. 1,50 kg. Verwendet werden die Häsinnen, solange sie Junge bekommen, das sind vier und mehr Jahre.

LG NiceDay
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von Smokey-gast » Mi 24. Feb. 10, 16:04

Re: Decken

Hallo,

herzlichen Dank für deine Antworten!

zu 2) Untersuchung des Geschlechtsteils: ist das für Laienaugen gut erkennbar oder gehört da schon jede Menge Erfahrung dazu?

zu 4) 2 Wochen danach: aber nur wenn man sieht dass die Häsin nicht tragt oder?
ansonsten: ist es nicht so, dass manche Häsinnen dann "doppelt" trächtig sein können? Das wär ja nicht unbedingt anzustreben oder ist das "gängige Praxis"?
Wieso 12h, 24h und 2 Wochen? Gibt es da einleuchtende Argumente dafür? (Oder entsprechend dagegen bei den anderen Zeiten?)
die einen Aufenthalt von 6 bis 10 Stunden im weiblichen Geschlechtsapparat voraussetzen.
Hab ich das richtig verstanden dass ein nachdecken nach 8-10 Stunden gar nicht wirklich förderlich ist, da dann die Samenzellen nicht lange genug im Geschlechtsapparat waren? Ist ein Nachdecken nach 2-3 Stunden besser?
Gut - nach deiner Antwort zu schließen ist es bei deinen Häsinnen nicht nötig. In der Literatur liest man immer davon... Wie wird das unter deinen Zuchtkollegen gehandhabt?

zu 5) d.h. spürt man "nichts" (also damit meine ich keine "festen Körper") kann davon ausgegangen werden dass die Häsin nicht tragt oder gibt es da auch Ausnahmen?

zu 6) Wieviel werfen die Zwergwidder im Schnitt? 200g über 4 Wochen? Das klingt jetzt recht wenig für mich, noch dazu wenn dass das Geburtsgewicht von 4 Jungtieren ist? Wobei andererseits bei einem Gewicht von 1,5 kg ist es ja dann doch nciht so wenig...

Neue Frage:

aus dem Buch "Kaninchen", Sven Seim:
"Reitet z.B. eine andere Häsin bei der zuchtreifen Häsin auf, ist unter dem Einfluss des sich entwickelten Gelbkörpers im Zeitraum von 2 bis 3 Wochen keine Befruchtung mehr möglich. Dies wird auch Scheinträchtigkeit bezeichnet."
An anderer Stelle ist von mind. 18 Tage Wartezeit die Rede.

Das ist aber eher eine Ausnahme als die Regel oder?
Weil damit wär ja das Nachdecken (nach 2 Wochen) absolut umsonst.
Außerdem müsste das ja dann auch für "missglückte" Deckakte gelten und scheinbar ist es da aber überhaupt nicht so. Oder irre ich da?

Mir gehen die Fragen einfach nie aus... ;-) das war schon immer so, sehr zum Ärgernis meiner SchulkollegInnen...

lg
Smokey-gast
 

von NiceDay » Mi 24. Feb. 10, 23:08

Re: Decken

Hi,

die Untersuchung des Geschlechtsteils ist einfach, das ist bloß eine optische. Wenn die Häsin hitzig ist, dann ist die Vagina stärker durchblutet, leicht rötlich, bis zu violett und im Umfang vergrößert. Den Unterschied sieht man.

Eine Doppelträchtigkeit oder Superfötation ist bei Kaninchen (zwei Gebärmutter"hörner") grundsätzlich möglich. Ich züchte jetzt seit 1980 Kaninchen, sehr oft habe ich in der Zuchtsaison zwischen 20 und 30 Häsinnen eingesetzt, die bis zu 250 Junge brachten, eine Doppelträchtigkeit war nicht dabei. Ich halte das für ein eher seltenes Ereignis, aber es kann vorkommen. Ich führe die Häsinnen meistens nach 14 Tagen ein weiteres Mal dem Rammler zu. Ich habe das Glück, dass meine Tiere ihre Verhalten ändern. Daher ist es realtiv leicht festzustellen, ob sie trächtig sind oder nicht. Außerdem kann ich nach 14 Tagen meistens die Jungen bereits spüren. Der Zeitpunkt des Nachdeckens hängt nicht von der Verweildauer der Samenzelle in der Gebärmutter ab, sondern von der Verfügbarkeit befrüchtungsfähiger Eizellen. Da sind die Chancen 12 h nach dem ersten Deckakt relativ groß. Ich denke am besten fährt man, wenn man seine Tiere beobachtet und die Häsinnen dann zum Rammler bringt, wenn sie hitzig sind. Es wird zwar immer wieder behauptet Kaninchen hätten keinen Brunstzyklus, sondern wären dauerbrünstig, dem ist aber nicht so; siehe auch "Das große Buch vom Kaninchen". Der Nachteil liegt wohl daran dass es manchereiner zu eilig hat und es nicht erwarten kann. Da kann er oder sie noch immer versuchen durch bestimmte Futtermittel, durch einen Stallwechsel - Häsin in leeren Rammlerstall - etc. - die Brunst der Häsin auszulösen.

Bezüglich der Palpation - wenn du nichts spürst, kannst du davon ausgehen, dass die Häsin nicht trächtig ist. Ich würde es jedoch nicht übertreiben. Ich taste den Bauchraum nur kurz ab, wenn ich ein Junges spüre und mir sicher bin, dass es kein Kotkügelchen ist, lass' ich es. Meine Zwergwidder werfen im Schnitt vier Junge, der Höchstwert lag bei 11, der niedrigste bei einem aufgezogenen Jungtier. Das Geburtsgewicht betrug ca. 50 g. Ich habe mal in einer Zuchtsaison sämtliche Jungen gewogen, anhand der Gewichter die Milchleistung bestimmt und die Häsinnen dabei verglichen.

Bei der Scheinträchtigkeit halte ich mich an 19 bis 21 Tage und bringe die Häsin vorher nicht zum Rammler. Ich hatte schon öfter Häsinnen, die nach 14 Tagen ein Nest bauten und ich kann mich nicht erinnern, das eine davon mal getragen hätten, wenn ich sie zu diesem Zeitpunkt zum Rammler brachte. Der Wert ist übrigens auch aus dem Großen Buch vom Kaninchen, wenn ich mich recht erinnere. Nach 21 Tagen hat's eigentlich immer geklappt.

Mißglückte Deckakte kenn' ich. Ich hatte gerade gestern die Gelegenheit einen meiner Rammler dabei zu beobachten, wie er seine fortpflanzungsfähigen Samenzellen auf dem unteren Rücken der Häsin kurz oberhalb der Blume verteilte. Da ist die Wahrscheinlichkeit natürlich gering, dass es zu Nachwuchs kommt. Das war eindeutig Ziel verfehlt.

LG NiceDay
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von smokey-gast » Fr 26. Feb. 10, 16:01

Re: Decken

hallo,

danke!
Der Nachteil liegt wohl daran dass es manchereiner zu eilig hat und es nicht erwarten kann.
Ja das hab ich schon gemerkt - in der Kaninchenzucht lerne ich die Geduld... und das warten kostet mich "Nerven" das kann ich dir sagen. Aber (noch) hat die Vernunft immer gesiegt...
Bezüglich der Palpation - wenn du nichts spürst, kannst du davon ausgehen, dass die Häsin nicht trächtig ist. Ich würde es jedoch nicht übertreiben.
Die Häsinnen bekommen da in der Trächtigkeit einen "eigenartigen" Bauch finde ich. Allerdings hab ich noch nicht so viel Erfahrung ob das immer so ist. Da ich beim Abtasten noch nicht so geübt bin probiere ich es hie und da, sodass ich ein wenig mehr Erfahrung bekomme. Nicht oft da ich gelesen habe dass der "Druck" nicht optimal ist. Und - auch wenn es hart ist für mich - 1-2 Wochen auf oder ab ist ja auch nicht die Ewigkeit. Noch dazu bin ich ja kein Ausstellungszüchter der unter gewissem Zeitdruck steht (außer dem hausgemachten :-))
Mißglückte Deckakte kenn' ich. Ich hatte gerade gestern die Gelegenheit einen meiner Rammler dabei zu beobachten, wie er seine fortpflanzungsfähigen Samenzellen auf dem unteren Rücken der Häsin kurz oberhalb der Blume verteilte. Da ist die Wahrscheinlichkeit natürlich gering, dass es zu Nachwuchs kommt. Das war eindeutig Ziel verfehlt.
Da hab ich jetzt doch noch meine Frage dazu:
"Reitet z.B. eine andere Häsin bei der zuchtreifen Häsin auf, ist unter dem Einfluss des sich entwickelten Gelbkörpers im Zeitraum von 2 bis 3 Wochen keine Befruchtung mehr möglich. Dies wird auch Scheinträchtigkeit bezeichnet."
Stimmt das so? Weil dann müsste es eben auch für missglückte Deckakte gelten oder? Oder ist dieser Satz nur auf einige wenige Ausnahmen die so reagieren bezogen?

lg
smokey-gast
 

von NiceDay » Fr 26. Feb. 10, 22:56

Re: Decken

Hi,

ich sehe die Scheinträchtigkeit in Zusammenhang mit einem Nestbau der Häsin nach etwa 14 Tagen der dann vermeintlichen Trächtigkeit. Diese Scheinträchtigkeit kann auch durch einen mißglückten Deckakt ausgelöst werden. Wobei ... der Deckakt muss nicht unbedingt mißglückt sein, ich hatte schon die Gelegenheit eine Häsin beim 14tägigen Nestbau zu beobachten, wo ich mir 100% sicher war, dass der Deckakt ausgeführt wurde. Das kontrolliere ich übrigens jedes Mal. Wie gesagt, ich halte die drei Wochen (= 21 Tage) für realistischer als die zwei Wochen bzw. 14 Tage.

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von Smokey » So 28. Feb. 10, 16:21

Re: Decken

Hallo,

ganz hab ich dich noch nicht...
anders gefragt:
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit einer Scheinträchtigkeit bei missglücktem Deckakt (oder eben wenn andere Häsin aufreitet)? Sehr wahrscheinlich, eher, eher nicht, nicht wahrscheinlihc?

Wartest du da in jedem Fall die 2-3 Wochen ab?

Wie ist das mit dem Zyklus der Häsin? Du hast ja geschrieben gegen der Meinung vieler hat auch die Häsin einen bestimmten Zyklus. Wie verläuft der? Was genau kann ich beobachten wenn die Häsin alleine ist (und sie hitzig ist)?

lg
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von NiceDay » Mo 1. Mär. 10, 23:09

Re: Decken

Hallo!

a) zur Scheinträchtigkeit; das ist schwer zu sagen, wobei meine Erfahrungen in die Richtung gehen, dass die Häsin eher beim Aufreiten scheinträchtig wird als durch den mißglückten Deckakt. Insgesamt ist das Ereignis eher selten, ich hatte bis jetzt - Zuchtsaison 2010 - bei 22 Häsinnen eine scheinträchtige Häsin.

b) wenn die Häsin nach zwei Wochen ein Nest baut, dann warte ich mit dem neuerlichen Deckversuch bis zum 21. Tag ab. Bei mißglückten Deckakten kommt die Häsin relativ schnell wieder zum Rammler, meistens bereits nach zwei Tagen, ab und zu auch erst nach sechs.

c) Die Länge des Brunstzyklus wird mit fünf bis 16 Tagen angegeben; wobei man sich noch nicht ganz sicher ist und weitere Untersuchungen für notwendig hält. Wenn die Häsin hitzig ist, ändern sie meistens ihr Verhalten, meine wühlen im Stall das unterste nach oben, manche werden auch aggressiv. Ich denke das ist von Häsin zu Häsin verschieden, ich nehm' sie daher von Zeit zu Zeit raus und guck mir das Geschlechtsteil an.

LG NiceDay
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von reh » Di 2. Mär. 10, 8:50

Re: Decken

Wenn die Dame nicht will/keinen Eisprung bekommt, kann sie auch nicht scheinträchtig werden.
Im umgekehrten Fall, wenn aber keine Spermien da sind, schon.
mit freundlichen Grüßen
reh

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von Smokey-gast » Di 2. Mär. 10, 20:15

Re: Decken

Aso is daes... jetzt hab ich euch!
Gleich meine nä. Frage: ich lese da in div. Foren, dass man die Häsin zum Rammler bringen soll, eventuell an die Wand drücken,... da kann ja dann von wollen keine Rede sein. Oder vielleicht zufällig doch...
ABER
Wenn kein menschliches zutun im Spiel ist:
Lässt die Häsin den Deckakt nur zu, wenn sie brünstig ist?
Lässt z.B. eine trächtige Häsin einen Deckakt überhaupt zu?

Nun was ganz anderes:
Ich habe eine Häsin die hatte junge. Ich hab sie ca. vor 3 Wochen von der Häsin getrennt. Es sind noch 3 Junge (Mädels) da. Die sind jetzt 13 Wochen. Ich hab die Häsin zu den Jungen zurück gesetzt (am Nachmittag) und mir nicht viel dabei gedacht. Jetzt habe ich am Abend gesehen, dass die Jungen bei der Häsin getrunken haben.
1.) kann die Häsin noch Milch haben?
2.) trinken die auch wenn die Häsin keine Milch hat?
3.) schießt die Milch nochmals ein (falls sie schon fort war)?
4.) oder was anderes an das ich nicht denke?

Danke,
lg
Smokey-gast
 

von NiceDay » Di 2. Mär. 10, 22:30

Re: Decken

Hallo,

ich setz' die Häsin zum Rammler, wobei das nicht unbedingt sein muss, es gibt auch Rammler, die Häsinnen anstandslos am Tisch decken. Das ist vermutlich eine Frage der Gewohnheit. Die Häsin muss wollen und "hitzig" sein; wenn sie nicht will, nehm' ich sie wieder raus und probier's am nächsten oder übernächsten Tag; gezwungen wird niemand, davon halte ich nichts. Wetterumschwünge lassen sich zum Teil ganz gut ausnützen, manche Häsinnen reagieren darauf, werden brünstig und lassen sich anstandslos decken. Trächtige Häsinnen lassen sich übrigens belegen, das kommt immer wieder vor. Bei säugenden Häsinnen funktioniert das erneute Belegen am ersten oder zweiten Tag nach dem Wurf ganz gut. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Häsin trächtig wird liegt bei etwa 70 %. Es funktioniert auch noch, wenn die Kleinen bereits zwei Wochen alt sind, danach ist zumindest bei meinen Tieren "tote Hose" und ein Deckakt ist erst erfolgreich, wenn die Jungen von der Mutter abgesetzt werden.

Die Frage, ob die Häsin noch Milch hat, kann ich dir nicht beantworten. Das ist gar nicht so einfach festzustellen, aber ich nehme an, dass die Kleinen nicht grundlos an der Zitze nuckeln. Ich denke, die trinken auch, wenn die Häsin keine Milch hat; sie versuchen es zumindest. Normalerweise steigt die Milchleistungskurve bis zum 21. Tag stark an, nimmt bis zum 28. Tag jedoch rapid ab. Daher wird zumindest in der gewerblichen Kaninchenzucht der 28. Tag als Absetztag empfohlen. Dazu gibt es eine Reihe von Untersuchungen. Ein Saugen nach dem 28. Tag lässt sich immer wieder beobachten, teilweise bis zur 12. Woche oder länger. Es war schon mal davon die Rede, dass die Milchleistung einen zweiten Höhepunkt erreicht. Dazu würden auch deine Beobachtungen passen.

MfG NiceDay
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von Nini » Di 30. Jan. 18, 22:30

Re: Decken

Hallo
stimmt es das eine Kanninchendams ihren ersten Wurf vor dem ersten Lebenjahr bekommen sollte, weil alles danach sehr schmerzhaft für sie verläuft und auch lebensbedrohend sein kann?
Nini
 

von reh » Sa 3. Feb. 18, 19:14

Re: Decken

nein
mit freundlichen Grüßen
reh

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