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Trächtig oder Scheinträchtig?

Stichworte: Kastrat, Nachwuchs, scheinträchtig

von Pote03 » 2. Feb 2006 16:36

Trächtig oder Scheinträchtig?

Ich habe da mal eine Frage:

Meine Kaninchendame, (5 Monate) lebt zusammen mit einem Kaninchenherren (5 Monate, Anfang Dezember Kastriert worden) zusammen. Habe die beiden nach 5 Wöchiger Trennung wieder zusammengetan.
Am Montag war meine süße ganz verrückt dabei ein Nestchen zu bauen, und Ihre Zitzen Spürt man auch.
(Oje dachte ich mir, bitte nicht!) Ich hatte mich dann damit abgefunden das wir nachwuchs erwarten, und mich ein wenig darauf gefreut.

Nun meine Frage, 2 Tage später war meine Süße wieder ganz normal, kann ich jetzt aufatmen? Habe die beiden am 6 Januar wieder zusammen geführt, somit währe der Termin Mitte nächste Woche.
Kann das sein, obwohl Sie Ihr Nest nicht weiter baut? Gibt es noch weitere Anzeichen die auf eine *Trächtigkeit* deuten können? (2 Tage war Sie auch richtig Mürrisch, aber jetzt ist Sie momentan wieder die alte.
Momentan schaue ich jeden Morgen ob etwas im Nestchen liegt, bin immer total Neugierig.
Wie liegen die Chancen das noch was kommt?

Vielen Dank schon mal für eure lieben Antworten!!
Pote03
 

von NiceDay » 10. Feb 2006 23:54

Tag!

Sorry, manche Antworten dauern einfach länger. Theoretisch, der Rammler ist kastriert, dürfte eigentlich nichts im Nestchen liegen. Aber, unverhofft kommt oft, ...

Leider fehlt bei deiner Kaninchendame eine Rasseangabe. Neben der Rasse spielen auch das Geschlecht - Häsinnen werden eher geschlechtsreif als Rammler - die Fütterung, die Jahreszeit, die Tageslichtlänge etc. eine Rolle. Ich nehme an, dass deine Häsin zumindest geschlechtsreif ist. Geschlechtsreife und Zuchtreife stimmen übrigens nicht überein.

Scheinschwangerschaften, besser Scheinträchtigkeiten kommen bei Kaninchen relativ oft vor. Ausgelöst können diese durch das gegenseitige Bespringen weiblicher Tiere, das Bespringen eines Weibchens und eines kastrierten Rammlers - deine Frage! - durch Berührungsreize, Reize beim Anheben, Tragen, Transport, beim Angorakaninchen z.B. durch das Scheren etc werden. Wenn es zur Ovulation kommt, entstehen am Ovar Gelbkörper, die ein Hormon bilden, welches die weitere Eireifung verhindert. Das spielt dann eine Rolle, wenn die Paarung beabsichtigt war und die Häsin 14 Tage nach dem Deckakt Haare rupft und mit dem Nestbau beginnt. Eine Schwellung der Zitzen und Milchdrüsen, teilweise sogar eine Milchsekretion liegen im Bereich des Möglichen und kommen gar nicht so selten vor (eigene Erfahrungen). Bei der Scheinträchtigkeit handelt es sich eigentlich um eine hormonelle "Fehlsteuerung", die etwa 16 - 19 Tage dauert. Die Tiere sind zwar paarungsbereit, ein Deckakt durchaus möglich, eine Befruchtung jedoch kaum erfolgreich. Das liegt am eingangs erwähnten Hormon, welches in einem zeitlichen Rahmen die Reifung weiterer Eizellen verhindert und eine Befruchtung unmöglich macht (Ausnahme Doppelträchtigkeit). Eine Wiederholung der Paarung sollte daher erst nach dem 19. Tag erfolgen.

In letzter Zeit wurde im Zusammenhang mit der Scheinträchtigkeit die Entstehung von Tumoren im Bereich der Fortpflanzungsorgane genannt. Eine Scheinträchtigkeit scheint diese zu begünstigen. Das spielt bei Kaninchen, die zur Zucht eingesetzt werden, nur eine untergeordnete Rolle, betroffen dürften jedoch vor allem jene Kaninchen sein, die als Heimtiere gehalten werden. Eine Sterilisation wird folglich empfohlen.

Geübte Personen können eine Trächtigkeit durch Palpation - vorsichtiges Abtasten der hinteren Bauchpartie - erkennen. Die Feten liegen im vorderen und seitlichen Teil der Bauchhöhle und sind je nach Trächtigkeitsdauer als mehr oder weniger große Vorwölbungen zu ertasten. Tja, ansonsten heißt es abwarten, vor Überraschungen ist man nie sicher.

MfG NiceDay
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