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Erbliche Anfälligkeit für e. coli

Stichworte: Durchfall, E. Coli, Krankheit, Resistenz

von reh » 19. Aug 2012 10:36

Erbliche Anfälligkeit für e. coli

E. coli bedingter Durchfall bei neugeborenen und frisch abgesetzten Ferkeln ist ein ernsthaftes Problem in der Schweinemast.
Einige Schweine sind gegen diese Infektion resistent und zwar nicht aufgrund einer erworbenen Immunität sondern aufgrund einer genetisch bedingter Eigenschaft.
Die Anfälligkeit für e. coli ist ein einfach dominanter Faktor. Wissenschaftler versuchen, diesen zu identifizieren, damit gezielt e. coli-resistente Schweine gezüchtet werden können.

Ich finde das interessant, da ja auch bei Kaninchen öfters diskutiert wird, inwiefern Krankheiten oder Resistzenzen vererbt werden können. Abgesehen davon sind ja Säugetiere einander generell relativ ähnlich, so ein Gen könnte es also auch beim Kaninchen geben.
mit freundlichen Grüßen
reh

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von Karl Schwab » 12. Sep 2012 12:11

Erbliche Resistenzen

Resistenzzüchtung ist in der Pflanzenzucht schon ein recht alter Hut und wird bei einigen Pflanzenarten mehr oder weniger stark vorgenommen.

Bei Kopfsalat kennt man inzwischen mehr als 26 Typen des Falschen Mehltaus, mit steigender Tendenz. Daher kommen alle paar Jahre neue Sorten mit einer Resistenz auf die neuen Typen heraus.. Die meisten Salatsorten sind gegen einige Typen resistent, nie gegen alle. Auch der Falsche Mehltau will leben, daher entwickelt er eben vermehrt Strategien um mit diesen Resistenzen fertig zu werden und mutiert eben immer schneller. Oder der Pilz kann mit seinen uralten Varianten die neuen Sorten befallen und sich weitervermehren. Ein Karussell das sich immer schneller dreht.

Die Forschung und Züchtung hat erkannt, daß dies kein Weg sein kann, der wirklich und auf Dauer gut ist. Daher versucht man in der Züchtung den Pflanzen keine ganz speziellen Resistenzen im Erbgut mitzugeben, sondern setzt auf die sogenannte horizontale Resistenz; also mehr auf ein miteinander von Salatpflanze und Mehltaupilzen. Das heißt, ein Befall mit Falschem Mehltau wird toleriert, wenn er nur einen ganz kleinen Teil des Bestandes unverkäuflich macht.

Resistenzen können auch in eine ganz falsche Richtung laufen. Bei der Resistenz-Züchtung bei Weinreben an der Uni Freiburg gegen die Reblaus wurde eine resistente Form gefunden. Allerdings gingen die Hühner (oder waren es Enten?) ein, denen man von dem daraus gemachten Wein zu saufen gab. Diese Sorte kam verständlicherweise nie in den Handel.

Resistenzen sind recht und gut, aber es gilt doch einiges dabei zu berücksichtigen.

Gruß
Karl
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von Smokey-gast » 24. Sep 2012 21:52

Re: Erbliche Anfälligkeit für e. coli

Hallo,

ich denke es ist sowohl in der Pflanzenzucht als auch in der Tierzucht die Frage:
Wieviel Monokultur/Tierbesatz verträgt eine gewisse Fläche?!?
Die Natur wehrt sich gegen Mono (mit Krankheit/Schädlingen,...). Sie will Verschiedenheit!
Meiner Meinung nach hilft da nur die Ursachen zu beheben.

lg
Smokey-gast
 


von Smokey-gast » 27. Sep 2012 21:25

Re: Erbliche Anfälligkeit für e. coli

Schöne Bilder.
Smokey-gast
 

von Karl Schwab » 28. Sep 2012 12:02

Re: Erbliche Anfälligkeit für e. coli

Ja, die Bilder sind schön, finde ich auch.

Aber ich habe sie bestimmt nicht aus diesem Grund hier verlinkt.
Karl Schwab
 
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von Smokey-gast » 28. Sep 2012 20:39

Re: Erbliche Anfälligkeit für e. coli

Ja das denke ich mir.
Ich seh keine Eintönigkeit bzw. Monokultur auf den Bildern, das glaube ich sollten die Bilder beweisen (auf den ersten Blick könnte man ja glatt auf den Gedanken kommen).
Außerdem könnte ich dir ein Foto von unserer Wiese im Frühling schicken (ziemlich gelb vor lauter Löwenzahn, sieht aus wie eine Monokultur) und dann vom Sommer, und vom Herbst und sie würde absolut anders aussehen - bunt- dieselbe Wiese! Unglaublich diese Verwandlung und Vielfalt!
Das wären dann die "harmlosen" Bilder.
Anders sieht es aus mit Bildern von Windwürfen von Fichtenmonokulturen oder Borkenkäferbefall, von verwüsteten Landschaften durch Bananenmonokulturen, von 1000 verendeten Sauen weil die Belüftung ausfällt ([ersticken an ihrem eigenen Mist!] so passiert in unserer Nähe - dürfte ein ziemlich grauenhaftes Bild gewesen sein), etc.

Aber zurück zu den Kaninchen. Und zu E.coli...
Smokey-gast
 

von Strandkaninchen » 23. Okt 2012 22:54

Re: Erbliche Anfälligkeit für e. coli

Mh, unwahrscheinlich ist es sicher nicht.
Es gibt doch auch kaninchenstämme die gegen RHD immun sind in freier Wildbahn, ob nun genetisch Bedingt oder durch Körpereigene Antikörper, weiß ich grad nicht mehr.

Ich kann hier nur mal meine Persönliche Erfahrung aus den letzten 1,5 Jahren schildern mit einer unserer Häsinnen-Linie für die Mast. Ich hab aus Neugier mit meinem Chef drüber geschaut, arbeite Gelegentlich beim Tierarzt.

Ausgangstier 'Erna' absolutes Aas, fraß alles selbst ganze Kohlköppe aus dem garten wenn sie mal wieder ausgebrochen war ohne auch nur irgendeine Auffälligkeit in Sachen Darm.
Ernas Erster Wurf 5 Jungtiere, 3 davon an E.Coli verstorben als Junge(n), ein weiteres später mit etwa 5 Monaten, der hatte auch sonst ziemlich Probleme mit der Verdauung, nahm nicht zu, unterentwickelt. Eines Tippi-Toppi in Ordnung sie hieß Pauline.

Ernas Zweiter wurf, 11 Jungtiere davon ist nicht eines Älter als 4 Monate geworden, alle mit typischen Anzeichen dahin gerafft...

Nun Ernas 3. Wurf und von Pauline 1 Wurf insgesamt 18 Junge, davon nur 2 auf Schlachtgewicht gekommen, 2 weitere völlig unterentwickelt und Mager, der Rest verstorben.

Erna ist dann nach Alaska gezogen, Pauline hat nochmal einen Wurf mit 3 Jungtieren bekommen, davon hat eines Überlebt. Danach haben wir Pauline in gute Hände gegeben...

Nach dem ersten Eindeutigen Befund haben wir natürliche Vorbeugende Maßnahmen, absolute Hygiene und vorsichtige Fütterung der Jungtiere vollzogen... bei den anderen Kaninchen und Linien dann natürlich auch, wegen der Ansteckungsgefahr. Tja... bei den anderen Würfen mit insgesamt gut 60 Jungtieren hatten wir insgesamt 2 Verluste.... das gab mir schon zu denken. Woran es letztendlich lag haben wir nicht mehr versucht herraus zu finden, ewig tote Junge im Stall war uns zu viel... und ein Alter Schweinebauer aus dem Bekanntenkreis sagte zu mir, nachdem ich ihm mein Leid geklagt hab: 'Soll die Zucht dir Nutzen bringen, quäl dich nicht mit Kümmerlingen' .. Tja Recht hat er... Seitdem wir diese Linie nicht mehr haben läuft alles wunderbar...

Obs nun tatsächlich 'in den genen' lag mag ich nicht beschwören.. aber auffällig war das ganze schon...

Gruß Basti
Strandkaninchen
 
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