Über die Risiken einer artgemäßen Fütterung und Haltung des Haus
von Dr. Wolfgang Schlolaut

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Artikeltyp: Fachartikel, Veröffentlicht am 5. Apr 2007 14:00 von reh
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Autor: Dr. Wolfgang Schlolaut
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Erschienen in der Kaninchenzeitung, Heft 21/2006.


Bei Diskussionen darüber, inwieweit die übliche Haltung und Fütterung des Hauskaninchens den Vorgaben des Tierschutzgesetzes entspricht, wird die Unterbringung des Hauskaninchens in Einzelbuchten oder Käfigen, ebenso wie die einstreulose Haltung und die Verabreichung von pelletiertem Fertigfutter häufig mit Hinweis darauf abgelehnt, dass diese Praxis nicht den im Tierschutzgesetz geforderten "artgemäßen" Umweltbedingungen für das Haustier entspricht.
Unter "artgemäß" oder auch "artgerecht" werden hierbei im weiteren Sinne die durch Anatomie, Physiologie und Verhalten gegebenen Anforderungen an die Umwelt von Angehörigen der gleichen Art verstanden. Zum anderen wird dieser Begriff von Laien meist dahingehend interpretiert, dass Umwelt und Verhalten der Wildform auch für die domestizierten Varianten der betreffenden Art gelten. Auf einige der sich aus der letztgenannten Definition für das Hauskaninchen ergebenden Probleme wird nachfolgend hingewiesen.
Das Hauptproblem einer der freien Wildbahn entsprechenden Umweltgestaltung liegt darin, dass das Wildkaninchen in seiner "artgemäßen" Umwelt existenzbedrohenden Schäden und hohen Verlusten ausgesetzt ist. Dies zu vermeiden ist beim Hauskaninchen jedoch der Betreuer lt. Tierschutzgesetz verpflichtet:

§ 1 TierSchG: Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.

§ 2 TierSchG: Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,
  1. muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen,
  2. darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden,
  3. muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.

Die von Laien als ideal empfundene Haltung und Fütterung von Hauskaninchen, entsprechend den "artgemäßen" Umweltbedingungen des Wildkaninchens ist demnach gesetzwidrig, wenn sie die Gesundheit und das Wohlbefindens des Hauskaninchens beeinträchtigt. Dies zu beurteilen setzt allerdings voraus, dass der Betreuer in der Lage ist zu erkennen, was dem Hauskaninchen nützt oder schadet, gleichgültig, ob er die Kaninchenhaltung aus ökonomischen oder ideellen Motiven betreibt.

Tierliebe allein bewahrt nicht vor Schäden!

Die Sachkenntnis scheint vor allem auch in den Bereichen der Tierhaltung lückenhaft zu sein, die durch die Liebe zum Tier dazu motiviert werden. Das ist verständlich, da hier die Realisierung der artgemäßen Fortpflanzung und des Wachstums zumindest als Gradmesser einer angemessenen Ernährung nur eine untergeordnete Rolle spielen. Zwar ist Tierliebe eine wichtige Voraussetzung für das Betreiben der Rassekaninchenzucht oder der Heimtierhaltung. Sie allein genügt jedoch nicht, um die anvertrauten Tiere vor Schäden zu bewahren. Tierliebe kann sogar das Gegenteil bewirken, wenn – wie nicht selten der Fall – die Bedürfnisse des Tieres oder sein Verhalten vermenschlicht werden. Dem vorzubeugen ist einer der Gründe, weshalb das Tierschutzgesetz in § 2 Abs. 3 (s.o.) fordert, dass der Tierbetreuer die Bedürfnisse der anvertrauten Tiere kennt und fähig ist sie bei der Betreuung umzusetzen. Erst dadurch ist auch der Rassekaninchenzüchter in der Lage, seine Liebe zum Tier in die Tat umzusetzen.
Die Lektüre der Leserbriefe und Praxisberichte in der Kaninchenzeitung und von manchem so genannten Fachbuch vermittelt allerdings den Eindruck, dass hier noch Handlungsbedarf besteht. Wie dort nachzulesen, werden die durch Forschung und praktische Erfahrungen gewonnenen Erkenntnisse über die Bedürfnisse und das Verhalten des Hauskaninchens zum Nachteil der Tiere und zum Schaden ihrer Betreuer nicht zur Kenntnis genommen. Als Folge davon weist nach wie vor das Hauskaninchen die höchsten Verluste unter den Haustieren auf. Hieran haben durch mangelnde Hygiene begünstigte Infektionskrankheiten und unspezifische, meist durch falsche Fütterung verursachte Erkrankungen der Verdauungsorgane den höchsten Anteil.

Ernährung des Wildkaninchens ist kein Maßstab

Die in diesem Zusammenhang als Problemlösung geforderte "artgemäße", d.h. dem Wildkaninchen entsprechende Ernährung (Busch 2003, Reber 2003) ist eines der Schulbeispiele dafür, wie ungeeignet dieser Maßstab sein kann, das Hauskaninchen vor Leiden und Schäden zu bewahren. Denn in den meisten Verbreitungsgebieten des Wildkaninchens wird der Nährstoffbedarf in der überwiegenden Zeit des Jahres weder für die Fortpflanzung noch für das Wachstum gedeckt. Nur um nicht zu verhungern werden in der vegetationsarmen Zeit verholzte und trockene Pflanzenteile aufgenommen, welche sonst verschmäht würden. Mangels Sachkenntnis werden diese jedoch als "artgemäße" Futtermittel empfohlen.
Weder Stroh oder die Rinde von Zweigen sind somit ein artgemäßes Futter. Diese Futtermittel haben wegen der geringen Verdaulichkeit allenfalls für die Deckung des Nährstoffbedarfs in der Zuchtruhe eine gewisse Bedeutung, um einem zu hohen Fettansatz vorzubeugen. Im übrigen dienen sie lediglich dazu, um den Folgen von Fütterungsfehlern, wie der Verfütterung von rohfaserarmen Futtermitteln, oder durch Einzelhaltung oder rationierte Fütterung verursachten Verhaltensstörungen vorzubeugen.
Unsinnig ist die Empfehlung (Busch, 2003), durch die Verfütterung von Holz und Zweigen den Folgen einer erblichen Verkürzung des Unter- oder Oberkiefers vorzubeugen. Falsch ist selbst die Meinung (Reber, 2003), dass das Benagen von Holz für die Abnutzung der nachwachsenden Schneidezähne notwendig ist. Wie Untersuchungen an der Tierärztlichen Hochschule Hannover zeigten (Wolf und Kamphues, 1999), erfolgt die Abnutzung der Schneidezähne durch die Mahlbewegungen der Backenzähne.

Angemessene Ernährung nur durch Sachkenntnisse

Das Tierschutzgesetz fordert ausdrücklich keine "artgemäße", sondern eine "angemessene" Ernährung. Das heißt, dem durch züchterische Maßnahmen (Unterschiede im Größenwuchs) veränderten Nährstoffbedarf ist ebenso Rechnung zu tragen wie der von der Jahreszeit unabhängigen Zuchtruhe oder der Fortpflanzungsleistung und dem Wachstum.
Dabei kann den Unterschieden im Größenwuchs nicht nur durch die Anpassung der Futtermenge Rechnung getragen werden. Denn einerseits nimmt das Fassungsvermögen der Verdauungsorgane nicht in gleicher Weise zu wie das Lebendgewicht (Wolf et al., 2005), andererseits verdauen Kaninchen großer Rassen das Futter schlechter als die der kleineren Rassen.
Eine angemessene Ernährung von Kaninchen mittelschwerer und großer Rassen erfordert daher eine höhere Nährstoffkonzentration im Futter, als sie im vermeintlich "artgemäßen" Futterspektrum vorhanden ist, mit dem das relativ kleine Wildkaninchen seinen Nährstoffbedarf zur Fortpflanzung und Wachstum deckt. Jungtiere einer mittelschweren Rasse (z.B. Weiße Neuseeländer) erzielen, im Vergleich zur beliebigen Alleinfutteraufnahme, noch nicht einmal halb so hohe Zunahmen, selbst wenn sie aus Grünfutter (Rotklee, Grünraps) – wie das Wildkaninchen – die am schmackhaftesten und am besten verdaulichen Pflanzenteile heraussuchen können.
Die seit der Domestikation übliche Mangelernährung des Hauskaninchens mit "artgemäßem" Futter oder Haus- und Gartenabfällen hatte zur Folge, dass nur ein Bruchteil der Fortpflanzungs- und Wachstumsleistung des Wildkaninchens erreicht wurde. Es zeugt daher von fehlender Sachkenntnis ebenso wie von der Ignorierung des Tierschutzgesetzes, welches eine angemessene Ernährung fordert, wenn die Verfütterung von pelletiertem Alleinfutter abgelehnt wird (s. Busch, 2003).
Erst die Entwicklung von Alleinfuttermischungen in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts ermöglichte eine, dem Nährstoffbedarf für Fortpflanzung und Wachstum angemessene Ernährung von Rassen die durch züchterische Maßnahmen größer als Wildkaninchen sind.
Die Rassekaninchenzucht hat aus der Mangelernährung früherer Zeiten insofern eine Tugend gemacht, als für die Teilnahme an Schauwettbewerben nur ein bis zwei Würfe je Häsin und Jahr benötigt werden (Golze u. Wehlitz, 2003) und für den Rest des Jahres nur der Erhaltungsbedarf mit "artgemäßem" Futter sichergestellt werden muss.

Getreide und Brot fördern Darmerkrankungen

Der auch in der Rassekaninchenzucht, aus Gründen der Arbeitsersparnis, verbreitete Einsatz von pelletiertem Alleinfutter kann allerdings mit neuen Problemen verbunden sein. Um diese zu vermeiden ist jedoch Sachkenntnis notwendig. Diese betrifft einmal den Einsatz des richtigen Mischfuttertyps oder die Rationierung des Futters entsprechend dem Nährstoffbedarf. Ein weit verbreiteter Fehler ist die Ergänzung des pelletierten Mischfutters mit zusätzlichen Getreidegaben oder die Verfütterung von Brot und sonstigen Backwaren (Schmitt, 2005). Diese Form der "kombinierten Fütterung" fördert nicht nur den unerwünschten Fettansatz sowie Mineralstoff- und Vitaminmangel. Sie ist auch eine der Hauptursachen für das Auftreten unspezifischer Darmerkrankungen.
Bis zu einem Alter von etwa acht Wochen sind junge Kaninchen nicht in der Lage, mehr als 10 % Stärke in der Ration zu verdauen. In Getreide beträgt jedoch der Stärkeanteil ca. 50 bis 60 % in gar Backwaren 60 bis 70 % und in Kartoffeln ca. 20 %. Die bei Verfütterung dieser Futtermittel an Jungtiere unverdauten Stärkereste dienen dann den Erregern dieser Krankheiten als Nährboden.
Typisch für die Leiden, die das Hauskaninchen durch die Übertragung angeblich artgemäßer Bedürfnisse des Wildkaninchens erdulden muss, ist die Meinung, Kaninchen bräuchten kein Trinkwasser (Schal, 2005). Diese Behauptung beruft sich darauf, dass in der freien Wildbahn Wildkaninchen nicht bei der Aufnahme von Wasser beobachtet werden. Obwohl die Notwendigkeit der Trinkwasserversorgung in Deutschland bereits vor 60 Jahren wissenschaftlich nachgewiesen wurde (Tinsner, 1949), ist das Kaninchen das einzige Haustier, bei welchem es unter Berufung auf die Wildform diese Form der Tierquälerei gibt.

Artgemäße Haltung nicht immer tiergerecht

Zu vielfältigen Aktivitäten haben die seit 1972 im deutschen Tierschutzgesetz verankerten Forderungen geführt, nach denen eine "verhaltensgerechte Unterbringung" gewährleistet sein muss und "die Möglichkeit zu artgemäßer Bewegung nicht so eingeschränkt werden darf, dass dem Tier Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden".
Die Haltung des Hauskaninchens in Einzelkäfigen und auf Rostböden steht hierbei im Mittelpunkt der Kritik tierliebender Mitmenschen, welche meinen es bedürfe keiner Sachkenntnis, um beurteilen zu können, ob diesen Forderungen entsprochen wird. Hierbei wird vielfach übersehen, dass (abgesehen von den durch die Minimierung der Haltungskosten und der Senkung des Arbeitsaufwandes entstandenen Fehlentwicklungen in der gewerblichen Kaninchenfleischerzeugung) die Haltung geschlechtsreifer Kaninchen in Einzelbuchten und allgemein auf Rostböden deshalb erfolgt, um das Hauskaninchen vor Schäden und Leiden zu bewahren. Wie eingangs erwähnt ist dies in der Umwelt, in welcher sich das Wildkaninchen bewegt, aus hygienischen Gründen nicht der Fall: Allein in den letzten Jahrzehnten haben Infektionskrankheiten das Wildkaninchen existenzbedrohend dezimiert. Aber auch unter normalen Bedingungen wird nur ein Bruchteil des Jahrgangs-Nachwuchses ein Jahr alt.
Dies zu vermeiden sollte nicht nur von tierliebenden Mitbürgern als Verpflichtung empfunden werden. Es entspricht auch der Forderung des Tierschutzgesetzes und ist selbstverständliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Rassekaninchenzucht und die ökonomische Effizienz der Kaninchenfleischerzeugung. Bei der Beurteilung einer dem Tierschutzgesetz gemäß tiergerechten Haltung sind nach Hoy (2006) folgende Kriterien zugrunde zu legen:
  • Verlustqoute
  • Krankheitshäufigkeit
  • Physiologie (z.B. Herzfrequenz, Hormonkonzentration, immunologische Reaktionen)
  • Verhalten
  • Leistungen (z.B. Wachstum, Fortpflanzung, Futterverwertung)
Unter diesen Aspekten entsprechen beispielsweise folgende Haltungspraktiken nicht den gesetzlichen Vorgaben.
Wie die bisherigen Erfahrungen mit der Gruppenhaltung von Zuchttieren in der Schweiz zeigen (Stauffacher, 1997; Schlolaut, 2000), ist diese Haltungsform aufgrund der damit verbundenen hygienischen Mängel und sozialen Konflikte (Rangordnungskämpfe) mit Schäden und Leiden für das Tier verbunden. Diese haben eine allgemeine Anwendung der Gruppenhaltung selbst in der Schweiz verhindert (s. Emmentaler Modell), obwohl sie gesetzlich favorisiert wird (Bigler, Oester, 2000).
Aus hygienischen Gründen ist die Haltung in Gehegen im mitteleuropäischen Klimabereich nur für ausgewachsene Kaninchen zu empfehlen, wenn auf die Verfütterung von Medizinalfutter (insbesondere Kokzidiostatika) an die Jungtiere aus Gründen der Lebensmittelhygiene verzichtet werden soll.
Die aufgrund hygienischer Mängel bei der Haltung auf Einstreu praktizierte Haltung auf Rostböden hat sich als wirksamste Vorbeugungsmaßnahme gegen Innenparasiten erwiesen. Sie erleichtert eine wirksame Desinfektion und darüber hinaus den Verzicht auf den lebensmittelrechtlich bedenklichen Einsatz von Chemotherapeutika bei der Kaninchenfleischerzeugung. Darüber hinaus entspricht die Haltung auf Metallrosten auch den Voraussetzungen für eine verhaltensgerechte Unterbringung: Bei Temperaturen über 15°C werden sie gegenüber den mit Stroh eingestreuten Flächen bevorzugt.
Problematisch ist die auf acht Wochen verlängerte Säugezeit (Reber, 2003, Golze u. Wehlitz, 2003) mit der falschen Begründung, es handle sich um artgemäßes Verhalten. Diese Handhabung erhöht für die Jungtiere das Risiko sich mit Krankheiten zu infizieren, deren Erreger von der Häsin ausgeschieden werden, die dagegen immun ist. Darüber hinaus erhöht eine längere Säugezeit das Risiko von Entzündungen des Gesäuges ohne "artgemäß" zu sein oder die Entwicklung der Jungtiere zu fördern (Schlolaut, Lange, 1971, Hoy et al 2000).
Die vorstehend erläuterten Beispiele lassen erkennen, dass einer verhaltensgerechten Unterbringung des Hauskaninchens ebenso wie der Möglichkeit zu artgemäßer Bewegung Grenzen gesetzt sind, wenn dies mit Leiden oder Schäden für das Kaninchen verbunden ist. Dies besagt der in § 1 des Tierschutzgesetzes verankerte Grundsatz, nachdem es in der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf liegt, dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen.
Bei der Haltung von Haustieren im allgemeinen und von Hauskaninchen im besonderen ist demnach abzuwägen, inwieweit eine verhaltensgerechte Unterbringung und artgemäße Bewegung ohne Nachteile für das Leben des Tieres gewährleistet werden können. Die Haltung von Kaninchen in Einzelkäfigen und auf Rosten ist das Ergebnis derartiger Überlegungen, wobei gewährleistet werden muss, dass die damit verbundene Einschränkung der artgemäßen Bewegung keine Schmerzen etc. zur Folge hat. Dies zu beurteilen erfordert jedoch wissenschaftlich fundierte Sachkenntnis. Deshalb hat bereits 1990 die Deutsche Gruppe der World Rabbit Science Assosiation (WRSA) Mindestanforderungen für die Haltung von Hauskaninchen herausgegeben (Löliger u. Schlolaut, 1992), welche nach den damaligen Erkenntnissen nicht mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen verbunden waren. Diese werden derzeit überarbeitet.

Zusammenfassung

Anhand von Beispielen wird erläutert, dass weder die Ernährung des Wildkaninchens noch seine Umwelt als "artgemäßes" Vorbild für die Fütterung und Haltung des Hauskaninchens taugen. Die Umweltbedingungen in der freien Wildbahn haben Leiden, Schmerzen und Schäden zur Folge, die zu vermeiden der Betreuer in Deutschland durch das Tierschutzgesetz verpflichtet ist.
Die geschilderten Mängel weisen jedoch darauf hin, dass dies dadurch in Frage gestellt ist, dass die Erkenntnisse der Kaninchenforschung (zum Nachteil der Tiere) nur zögernd zur Verbesserung der Umweltbedingungen genutzt werden. Den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse zu beschleunigen ist gleichermaßen Ausdruck der Liebe zum Tier, wie Voraussetzung für den Zuchterfolg.

Literaturnachweis:

Bigler, L., Oester, H. (2000): Haltung von Kaninchen. Bundesamt für Veterinärwesen, Bern.
Busch, B. (2003): Artgemäße Kaninchenhaltung. Kaninchenzeitung, 13.
Golze, M., Wehlitz, R. (2003): Ergebnisse einer Analyse der Kaninchenzucht im Freistaat Sachsen. Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft.
Hoy, S., Seitz, K., Seltzer, D., Schüddemage, M. (2000): Nursing behaviour of domesticated and wild rabbit does under different keeping conditions. Proc. 7. WRSA Congr. Valencia.
Hoy, S. (2006): Kaninchenhaltung unter den Aspekten von Tierschutz und Verhalten. Lehr- und Informationsschrift des ZDRK, Ausgabe 64.
Löliger, H., Schlolaut, W. (1992): Empfehlungen zur tiergerechten und tierschutzkonformen Haltung von Hauskaninchen. DGS, 4.
Reber, U. (2003): Kaninchenhaltung. Verlag Oertel & Spoerer, Reutlingen.
Schal, D.(2005): Kaninchenhaltung ohne Wasser? Kaninchenzeitung, 24.
Schlolaut, W., Lange, K. (1971): Untersuchungen über das frühzeitige Absetzen beim Kaninchen. Züchtungskunde, 43.
Schlolaut, W., Lange, K., Löhle, K., Löliger, H., Rudolph, W. (2003): Das große Buch vom Kaninchen. DLG-Verlag, Frankfurt am Main.
Schlolaut, W. (2004): Tierschutz beim Hauskaninchen. Kaninchenzeitung, 22.
Schmitt, H. (2005): Stärke- und eiweißreiche Fütterung bei Jungkaninchen. Kaninchenzeitung, 23.
Stauffacher, M. (1997): Kaninchen. in: Das Buch vom Tierschutz, Enke-Verlag, Stuttgart.
Tinsner, M. (1949): Die Bedeutung der Wasseraufnahme bei der Fütterung der Kaninchen. Dissertation, Univ. Jena.
Wolf, P., Kamphues, J. (1999): Fütterung und Zahngesundheit. Symposium "Praxisrelevante Fragen zur Ernährung der Kleintiere", Hannover.
Wolf, P., Zumbrock, B., Kamphues, J. (2005): Untersuchungen zu rassebedingten Einflüssen auf verschiedene Verdauungsprozesse sowie die Verdaulichkeit von Futtermitteln beim Kaninchen. Berichte 14. Arbeitstagung über Haltung und Krankheiten der Kaninchen, Pelztiere und Heimtiere, Celle.
 
 

Referenz

reh. "Über die Risiken einer artgemäßen Fütterung und Haltung des Haus." Online-Beitrag. 5. Apr 2007 14:00. Kaninchenwissen.
26. Mai 2019 02:11. http://www.kaninchenwissen.de/knowledge/kb_show.php?id=25.